Vom Irresein und der Normalität – Ist „Normalsein“ heutzutage überhaupt erstrebenswert?

Liebe Verrückte, liebe Normalitäts-Resistente,

haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, was heutzutage eigentlich „normal“ ist? Und haben Sie sich schon einmal gefragt, ob all jenes „normal“ sein kann, was uns täglich begegnet, als solches gelehrt wird und auch weltweit zu beobachten ist? Ist es etwa „normal“ das eigene Volk zu hassen und alles miteinander zu verpanschen, anstatt die Einzigartigkeiten der Völker zu wahren? Ist es normal, Menschen wie „Sachen“ zu behandeln, die man beliebig hervor holen und wegwerfen kann? Ist es normal, sich die Haare blau zu färben und sein eigenes Geschlecht zu verleugnen?

Jetzt werden Sie überrascht sein, aber „es IST normal!“

Warum? Denn, und das wusste ich jetzt ehrlich gesagt „auch“ nicht, Normalität bedeutet „Vorschriftsmäßigkeit“! Nun, man könnte durchaus, ohne zu lügen, behaupten, dass all das, was uns heute als so unglaublich „irre“ vorkommt, irgendwie gesetzlich oder medial „vorgeschrieben“ wird! Heutzutage ist es normal das „Eigene“ zu hassen! Heutzutage ist es normal, sich vor Verbrechern nicht mehr zu schützen, sondern sie fürstlich zu bewirten. Heutzutage ist es normal, in einem Land „der Meinungsfreiheit“ Denk- und Redeverbote aufzustellen und Menschen „wegen Worten“ für Jahre hinter Gitter zu sperren! Und heutzutage ist es normal, Menschen nur noch nach ihrem „Status“ oder „Ruf“ zu beurteilen!

Wenn all dies auch nicht direkt in einem „Gesetzestext“ niedergeschrieben steht, so entspricht es doch durchaus „der Norm“! Also einer künstlich gesetzten Richtlinie!

Nun, dies dürfte ein Phänomen erklären, welches mir schon öfter begegnet ist, welches ich aber niemals so genau benennen konnte, nämlich: Die liebsten Menschen sind mir die „Unnormalen“! (Und schon immer gewesen!) Und ich rede jetzt nicht von Menschen mit blauen Haaren, künstlichen Hörnern und einem zutätowierten Gesicht, welche ein T-Shirt mit der Aufschrift „Refugees welcome“ tragen! (Das wäre ja dann schon wieder „normal“) Nein, ich rede von Menschen, die Dinge machen, die andere NICHT machen würden! Man sagt ihnen gerne nach sie seien „verrückt“! Und so wie das Wort „verrückt“ interpretiert wird, ist dies nicht unbedingt ein Kompliment! Was aber genau meine ich damit?

Ich meine Menschen, die es in dieser „irren Welt“ irgendwie noch geschafft haben MENSCHEN zu bleiben!

Das heißt, Menschen die „ehrlich“ sind, die noch so etwas wie „ein Gewissen“ besitzen und die sich NICHT in jeder Lebenslage absolut „korrekt“ verhalten! Diese Menschen (die ich so mag) bringen manchmal Sachen, über die Sie möglicherweise denken würden: „Wie blöd und naiv kann man eigentlich sein?“ Sie übertreten Grenzen, latschen in primitivste Fallen und sind auf so eine dermaßen „liebenswerte“ Art ehrlich, dass man gar nicht anders „kann“ als sie gern zu haben! In unserer heutigen Zeit sagen wir solchen Menschen nach „sie wären verrückt“! Doch ich glaube inzwischen, dass es in Wirklichkeit „andersrum“ ist:

Nicht die, die sich ihre Seele erhalten haben und deshalb zwangsläufig „komische Dinge“ tun sind verrückt, sondern jene, die immer alles richtig machen und dadurch nicht mehr wirklich „menschlich“ sind (und sein können)!

Für wahr, ich mag jene Menschen, die die Größe besitzen, ihre eigenen Erfahrungen zu machen, mir beinahe „humorvoll“ von ihren Fehltritten berichten und trotz aller Rückschläge und Demütigungen, MENSCHEN geblieben sind, am wirklich allermeisten! Ich beurteile diese Menschen nicht „mit meinem Verstand“, sondern „mit meinem Herzen“! Und im Gegensatz zu den perfekten, fehlerlosen oder gar komplett irre geleiteten (blaue Haare und so) politisch korrekten Mutanten habe ich bei jenen Menschen ein Gefühl tiefster Sympathie und Zuneigung!

Ich würde „zehn“ Menschen (mit oder ohne blauen Haaren), die alles richtig machen sofort eintauschen, gegen nur „einen einzigen“, der wirklich „menschlich“ ist und mich mit dieser Menschlichkeit nicht nur zum Lachen bringt, sondern darüber hinaus auch noch tröstet!

Tröstlich ist das deshalb, weil ich mir durchaus bewusst bin, dass mir das, was jenem Menschen passierte, genauso hätte passieren können! Tröstlich deshalb, weil mir dieser Mensch das Gefühl vermittelt, ich wäre nicht „die einzige fehlbare Person“ auf dieser Welt. Und tröstlich deshalb, weil im Verhalten und der Persönlichkeit dieses Menschen etwas mitschwingt, was andere „vollkommene“ oder „perfekte“ Spezien schon beinahe komplett vergessen zu haben scheinen, nämlich:

Dieses fehlerbehaftete, unwürdige und peinliche Etwas findet man überall dort, wo Menschen noch „Menschen“ sind! Und dieses „Etwas“ nennt sich LEBEN! Tatsächlich, es gibt nichts, was ich als lebendiger empfinde, als einen Menschen, der Fehler hat und macht und humorvoll zu ihnen steht!

Alles andere ist für mich tote Materie, die den „Schein“ dem „Sein“ vorzieht, um möglichst viel Anklang in unserer heutigen, krank gemachten Gesellschaft zu bekommen! Lieber habe ich hunderte von Heinz und Antons um mich herum, die schon einmal besoffen nach Hause getorkelt sind, in der Öffentlichkeit in Tränen ausbrachen und sich vor irgendjemandem zum Narren gemacht haben, als einen John, der Zeit seines Lebens immer nur „edel, richtig und gut“ war und sich damit den Pokal für „die langweiligste und lebloseste Person der Welt“ verdient hat! Falls Sie dies nun wundern sollte, lassen Sie mich erklären, was mich zu diesem „irren“ Urteil bewegt (außer der simplen Tatsache, dass ich nach „heutigen Maßstäben“ selber irre bin):

Wenn ich eine Sache oder einen Menschen betrachte, dann gehe ich vor allem nach einem ganz bestimmten Maßstab und dieser Maßstab lautet: AUTHENTIZITÄT!

Authentisch sind für mich nur Menschen, die ein Herz und ein Gewissen besitzen und vor allem solche, DIE FEHLER MACHEN! Wenn diese Menschen dann auch noch „die Größe“ besitzen über diese Fehler zu lachen und sie in humorvolle Geschichten über das Leben zu kleiden, dann bin ich praktisch „verliebt“! Denn wie sagt ein weiser Spruch so schön?

Der Kluge ärgert sich über die Dummheiten, die er begeht! Der Weise belächelt sie!

Insofern sind meine größten Lehrer (und werden es auch immer sein) jene Menschen, die die Kraft besitzen zu sich selbst und ihren Fehlern zu stehen! Ich ziehe meinen Hut „nicht“ vor dem Ritter in der weißen Rüstung, welcher Zeit seines Lebens noch niemals einen Fehler gemacht hat. Aber ich verneige mich, so tief wie es mir möglich ist, vor dem Dorftrottel, welcher kein Fettnäpfchen ausließ und mir seine Geschichte mit Humor und ohne Eigenscham zu erzählen bereit ist!

Ich will nicht „normal“ sein und dies wird auch immer „das Letzte sein“, was ich möchte! Ich möchte anstatt dessen „ein Mensch“ sein, der die geistige Größe besitzt, sich einzugestehen, dass er einer ist!

Der entscheidende Maßstab, den ich hierfür ansetze ist tatsächlich „die Liebe“! Warum? Weil nichts und niemand in mir ein größeres Gefühl der Geborgenheit auslösen könnte, als jener versteckte „Held“, welcher mich zum Lachen bringt und mich hebt, indem er sich selbst erniedrigt! Das, meine lieben Leser, sind DIE WAHREN HELDEN! Und ihnen zu Ehren habe ich diesen Text geschrieben! Lassen Sie sich niemals irre führen von irgendwelchen Wörtern, Begrifflichkeiten oder Schubladen der heutigen Zeit. Denn die heutige Zeit gehört einzig und allein dem Teufel! Und der hat, wie Sie alle wissen, von allen „das schönste“ Gesicht!

Ein Mensch, welchen ich oben beschrieben habe, könnte von mir aus als „der verrückteste und irrste“ bezeichnet werden, der je geboren worden ist! Das wäre mir gänzlich einerlei! Ganz einfach deshalb weil nicht „sein Titel“ oder „Ruf“ für mich bedeutend ist, sondern nur das, was er mir auch tatsächlich gibt!

Pfeifen Sie also langsam aber sicher auf all diese „neuzeitlichen“ Begrifflichkeiten! Scheren Sie sich nicht mehr darum, was als „normal, politisch korrekt, angemessen oder richtig“ bezeichnet wird. Blicken Sie über diese Begriffe hinaus und damit den Menschen direkt ins Herz! Und ich garantiere Ihnen: So „falsch“ kann Ihre Entscheidung gar nicht sein! Hören Sie endlich damit auf, sich in Definitionen pressen zu lassen oder andere in Definitionen zu pressen und Sie werden erkennen, welch wahre Schätze (auch heute noch) über diesen Boden wandeln!

Wenden Sie sich dem zu, was „Ihr Herz“ anspricht und nicht jenem, welches Ihnen „von Ihrer politisch korrekten Gier und Ihrer indoktrinierten Schuld“ zu wollen, anerzogen wurde!

Leben Sie einfach und machen Sie dabei so viele Fehler wie Sie nur können! Scheren Sie sich nicht darum, was „andere“ über Sie sagen werden oder welche „Stigmata“ man Ihnen aufbürdet. Beginnen Sie einfach wieder damit „aus Ihrem Herzen“ heraus zu handeln und das zu tun, was Sie WIRKLICH wollen und für richtig halten! Machen Sie sich endgültig frei und geben Sie sich selbst soviel „Respekt“ um zu erkennen, dass die Landkarte über den einzig richtigen Weg, nur an einem einzigen Ort zu finden sein kann – Nämlich in Ihrem Herzen! Und je authentischer, aufrichtiger und ehrlicher Sie dabei sind, desto großartiger, mächtiger und wirkungsvoller wird auch das Ergebnis (und damit die Welt, die Sie erschaffen werden) sein!

Weil es so schön passt:

 

Wenn schon die Illusionen bei den Menschen
eine so große Macht haben,
dass sie das Leben in Gang halten können –
wie groß ist dann erst die Macht,
die eine begründete Hoffnung hat?
Deshalb ist es keine Schande, zu hoffen,
grenzenlos zu hoffen!
(Dietrich Bonhoeffer (1906 – 1945))

Ein Deutsches Mädchen

Ein Gedanke zu „Vom Irresein und der Normalität – Ist „Normalsein“ heutzutage überhaupt erstrebenswert?“

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