Die Indianer und die Germanen: „Zwei“ Naturvölker, „ein“ Schicksal – „ein“ Feind??

Liebe Hopis, liebe Apachen,

es gibt einige Dinge, die sich in der Geschichte scheinbar gerne immer wieder wiederholen und denen wir, gerade deshalb, unsere besondere Aufmerksamkeit schenken sollten! An dieser Stelle möchte ich allerdings wieder einmal nicht selbst sprechen, sondern lieber jemanden reden lassen, der es „aus erster Hand“ weiß. In diesem Fall geht es um die Indianerin Mary Caesar, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, ihre Geschichte in der ganzen Welt zu verbreiten. Aber lesen Sie selbst:

Zitat aus der MZ

Im Klassenraum herrscht eine beklemmende Stille, während die Indianerin Mary Caesar von ihrer Kindheit erzählt. Sie hat nichts mit der Romantik in Filmen oder Karl May Büchern gemeinsam. Als Mary vier Jahre alt war, wurde sie ihren Eltern entrissen und auf eine sogenannte „Residential School“ geschickt. Eine Art Internat, in dem ihr und Hunderttausenden anderen Ureinwohnern noch bis 1980 die indianische Kultur ausgetrieben werden sollte. Lange konnte die heute 58-Jährige nicht über ihre Erinnerungen sprechen. Doch in diesen Tage reist sie durch Deutschland und erzählt Schulklassen von ihren Erlebnissen.

Englischlehrerin Carola Winkler ist es wichtig, dass dieses Thema nun endlich behandelt wird. „In den Schulbüchern war bis vor einem Jahr noch keine Rede von den Verbrechen an den nordamerikanischen Indianern. Ich bin froh, dass wir jetzt eine Zeitzeugin hier haben und sie darüber erzählt“, sagt die Lehrerin am Burggymnasium. Zur Zeit würde sie mit ihrer elften Klasse ohnehin das Thema „Menschenrechte in Amerika“ behandeln.

Bei ihrem Vortrag wirkt Mary Caesar gefasst, obwohl sie von furchtbaren Erlebnissen erzählt. Als sie vier Jahre alt war, wurde sie zusammen mit anderen Kindern der Ureinwohner von einem Viehtransporter abgeholt und ins Internat gefahren. Die Kinder durften das Gelände ab diesem Zeitpunkt nicht mehr verlassen und wurden für jedes kleinste Vergehen bestraft. Lehrer, die Schüler dabei beobachteten, wie sie sich in ihrer Muttersprache unterhielten, stachen ihnen Nadeln durch die Zunge oder schlugen sie mit Lederriemen. Sexueller Missbrauch gerade von Geistlichen, die die Kinder christlich erziehen sollten, war an der Tagesordnung. Der Kontakt zu den Eltern war verboten, auch durften Jungs und Mädchen nicht zusammen spielen. Wer vor Hunger Lebensmittel stahl, musste mit harten Strafen rechnen. „Es war einfach furchtbar. Wir wurden behandelt wie Tiere, geschlagen, missbraucht und gefoltert“, erzählt Caesar, die zum Stamm der Kaska gehört. Sie spricht Englisch und Kaska Dené, die Sprache ihres Stammes, der aus dem Yukon, östlich von Alaska kommt.

1964, nach vier Jahren Gewalt und Missbrauch war für sie zwar das Martyrium in der Schule vorbei, doch als Jugendliche begann sie dann zu trinken, um das Erlebte zu vergessen. Viele ihrer Freunde hätten sich damals umgebracht oder seien an Alkohol und Drogen gestorben. Caesar selbst ist seit 1990 trocken, schreibt Gedichte und malt Bilder, mit deren Hilfe sie ihre Kindheit verarbeitet. Ihr Buch „My Healing Journey“ stellte sie vor einer Woche auf der Leipziger Buchmesse vor und hat es auch heute mitgebracht, um es der Klasse zu zeigen.

Jana May, die auch im Englischunterricht sitzt, ist vom Vortrag betroffen. „Ich wusste nicht, dass so etwas Schreckliches vor gar nicht so langer Zeit passiert ist“, sagt die Schülerin nach dem Vortrag. Sie freue sich, dass auch solche Themen im Englischunterricht besprochen würden. Für sie war der Vortrag nicht nur interessant, sondern darüber hinaus auch eine gute Sprachübung. Auch Englischlehrerin Carola Winkler ist zufrieden, dass Mary Caesar die Schule besucht hat. Die Indianerin ist noch bis Samstag in Deutschland und hält Vorträge in Schulen, „damit“, so sagt sie, „dieses Verbrechen endlich bekannt und niemals vergessen wird“

Zitat Ende

Ich habe Ihnen hinter den fett gedruckten Sätzen links hinterlegt und in diesem Fall „muss“ ich darauf bestehen, dass Sie diese auch anklicken. Es reicht hierbei schon aus, wenn sie nur die Überschrift lesen oder einen flüchtigen Blick in die Texte werfen. Vielleicht macht es dann ja auch bei „Ihnen“ langsam klick. Nun, möchte ich der Vollständigkeit halber jedoch noch anfügen, was man den Indianern genau zur Last legte:

Zitat aus „Gesellschaft für bedrohte Völker“:

„Es ist eine, bis heute praktizierte amerikanische Methode, die kulturelle Vielfalt und soziale Vielschichtigkeit des eigenen Landes, wie auch der Welt, aus Gründen des besseren Überblicks und der besseren Einordnung und der besseren Kontrolle in Gut und Böse einzuteilen. Und so spricht man von guten Indianern und bösen Indianern. Die „Guten“, das waren in der Vergangenheit jene, die mit sich reden ließen: die bereit waren, gegen Ihresgleichen auszusagen und die Waffe zu ziehen; die eine radikale kulturelle Transformation über sich ergehen ließen und bereit waren, ihre Spiritualität gegen die Bibel einzutauschen, und damit ihre Identität gegen die der Eroberer. Während die „Bösen“ sich nicht änderten, also weiterhin darauf beharrten, Indianer zu bleiben. Nach diesem Muster erfolgte die Indianerpolitik bis in die frühen Siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts.

Plötzlich rührten sich die Reservatsbewohner, die man als stumm und taub abgelegt hatte, stellten sich quer, weil sie, bei aller Apathie, doch noch wahrnahmen, wie ihre Kinder drohten, vom Strudel der Assimilation mitgerissen zu werden und in einem Loch zu verschwinden. Damit begann die große Zeit des indianischen Widerstands. Eine Serie medienwirksamer Aufstände führte der Welt vor Augen, dass sich in Washington nichts geändert hatte, bis auf die Namen: Die Guten hießen jetzt progressives: die Fortschrittlichen – die Bösen traditionals: die Traditionalisten. Das Militär rückte aus gegen die Traditionalisten, die Progressiven wurden zitiert, wie sie sich distanzierten. Washington hatte sein festes Denkmuster: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Das Schema der Indianerpolitik stand Pate für das Schema der Weltpolitik.“

Zitat Ende

Viel Spaß beim Nachdenken und Bildchen ansehen!

 

Ein Deutsches Mädchen

7 Kommentare zu „Die Indianer und die Germanen: „Zwei“ Naturvölker, „ein“ Schicksal – „ein“ Feind??“

  1. Der Vergleich der gewaltsamen Umerziehung unserer Vorfahren unter das Joch der naturleugnenden, materialistischen Wüstenreligion mit der Ausrottung der amerikanischen Ureinwohner ist zutreffend und eröffnet den
    Blick auf die geistigen Hintergründe des ideologisch Absoluten, den Ursprung der Unduldsamkeit, der einzigen Wahrheit, die die Monopolreligion fanatisch für sich beansprucht. Damit werden die Religionskriege zu den denkbar grausamsten Kriegen, wie das von den Sachsenkriegen, der spanischen Eroberung Amerikas, dem klassischen und dem bestialischen Dreißigjährigen des Zwanzigsten Jahrhunderts bekannt ist. Nannten sich die Phosporbomben-werfenden alliierten Bomberbesatzungen nicht „Soldaten Christi“, mit denen sie wehrlose Christenmenschen in lebende Fackeln wie zu Zeiten der Inquisition verwandelten? Die Urheber sämtlicher Kriege kämpfen nicht selbst. Die Kriege der „Christen“ sind ihre Ernte. Die europäische Urkatastrophe ist die Wüstenreligion, die uns jetzt in die Apokalypse führen will. Die werden sie
    nicht bekommen. Dafür sorgt der germanische Geist. Bleibt zu fragen, was
    wir NACH dem Sieg mit den Pfaffen machen? Die wieder einmal -wie oft schon? – das deutsche Volk für einen Judaslohn verraten. Nicht vergessen: Die „Kollektivschuld verdanken wir Pastor Niemöller 1945, die „Befreiung“ Richard v. Weizsäcker 1985, Kirchentagspräsident…. Herzog Widukind,
    was rätst Du?
    Grüße an das tapfere Deutsche Mädchen – und an die vielen Mädis, die es noch gibt!

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    1. Hallo tamahru

      ich kann da leider nichts raten, außer, dass wir „Rumpelstielzchen“ immer beim Namen nennen. Das heißt, jedem wird das vorgeworfen, was er tatsächlich verbrochen hat und danach wird er dann auch verurteilt! 🙂

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  2. Die Nordmänner (Wikinger) waren schon lange vor Columbus in Amerika und haben mit Indianern Handel getrieben, anstatt sie abzuschlachten. Was für kranke Gehirne haben danach diesen einst wunderschönen Kontinent ausgeraubt? Büffel zu erschießen, damit die indigene Bevölkerung möglichst verhungert. Dieselben Typen gibt es bis heute. Fallen in andere Ländere ein, um ganze Kulturen zu zerstören. Muß man sich fragen, was das für ne Bande/oder Schlag Menschen das ist.

    Ja DM, Indianer und (Wald-) Germanen kann man durchaus vergleichen. Beide liebten die Natur. Heilige Berge und heilige Bäume. Als Kind lernt man Cowboy und Indianer spielen (ich war immer der Indianer). Hatte schon immer das Gefühl, der Cowboy ist ein Feigling und ein Dummkopf. Der ballert nur rum, während der Indianer schleicht und sein Gebiet genau kennt und auch respektiert. Man riecht den Regen noch bevor der erste Tropfen fällt (die Poren der Pflanzen öffnen sich) usw. Was nützt es, das alles zu zerstören oder gar persönlichen Profit daraus zu schlagen?
    Eine abartige Lebensweise!

    PS: Danke für Deine guten Texte.
    LG Zulu

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  3. Herzliche Grüße aus USA. Es ist so mit den Indianern. Auf unserer Baustelle arbeitet ein Indianer mit uns. Wir kommen gut miteinander aus den wir sind ja Traditional. Wir brauchen ein Weltverbuendniss mit allen traditionellen Voelkern um der Herrschaftsgier des Mammon den Riegel zu stellen.
    Great article and blog. Keep up the good work!

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