Die Kunst des Annehmens..

Vor einigen Jahren erzählte meine Oma mir, dass sie einmal das Gefühl hatte, mein Opa hätte ein Techtemechtel mit einer anderen Frau! Sie tat natürlich all dies, was eine Frau in solch einer Situation laut Medien tun sollte: Sie sprach ihn an, machte sich rar und weinte still vor sich hin. Eines Tages jedoch kam mein Opa von selbst auf sie zu und sagte: „Selbst wenn ich etwas mit einer anderen Frau haben sollte, eines würde ich nie tun: Nämlich dich verlassen!“

In unserer neumodischen Welt klingt das wie Hohn und locker 90 Prozent der Leser hätten meiner Oma wohl geraten, diesen Scheißkerl in die Hölle oder sonst wohin zu schicken! Denn für die meisten wäre diese Aussage wohl unbestritten eine Herabwürdigung und Beleidigung gewesen! Meine Oma sah es damals aber anders und an dieser Sichtweise hat sie fest gehalten. In dem Moment in dem sie es mir erzählte bis hin zu ihrem Tod! Ihre Einstellung zu dem Thema war nämlich folgende: Sie freute sich! Sie erzählte mir das in solch begeisterter Art und Weise, dass überhaupt kein Zweifel daran bestand, dass sie sich freute! Sie betrachtete diese Aussage als einen Beweis seiner unauslöschlichen Liebe zu ihr! Und tatsächlich: Mein Opa ist, soweit bekannt, niemals fremd gegangen und er ist bis zur letzten Minute bei meiner Oma geblieben!

Jetzt frage ich Sie, liebe Leser: Ist das Liebe? Oder ist es Berechnung, Falschheit und Hinterhältigkeit? Ein Ausnutzen eines Menschen, der einem so ergeben ist, dass er ihm alles verzeihen würde? Meine Oma erlebte die Blüte ihrer Jugend und ihre erste große Liebe in Zeiten des Krieges. Also in Zeiten, in denen man sich nicht sicher sein konnte, ob man den nächsten Tag überhaupt überlebt! Ihre Prioritäten waren von daher sicher gänzlich anderer Natur als die unseren! Also was ist nun als „geistig krank“ zu betrachten? Jene Einstellungen, die aus einer Zeit kamen, in denen es wichtigere Dinge als das Ego gab oder jene, die etwas mit Selbstbestimmung und (falschem) Stolz zu tun haben?

Und für meine Oma war die Aussage, dass der Mann den sie liebt, sie egal was auch ist, niemals verlassen würde, so immens wichtig, dass sie darüber hinaus alles außer Acht ließ, was wir uns heute durch den Kopf gehen lassen würden!

Ich weiß, und kann ihnen aus persönlicher Erfahrung versichern, dass meine Großeltern ein glückliches Paar waren und zwar bis zu ihrem Lebensende! Und ich erinnere mich noch gut daran, dass meine Oma mir in Bezug auf Männer stets nur einen einzigen Rat gab! Sie sagte: „Die Männer musst du frei lassen!“

Ich denke nicht, dass sie mir damit zu verstehen geben wollte, dass ich mir auf der Nase herum tanzen lassen oder mich ausnutzen lassen sollte! Ihre Worte klangen ehrlicher, echter, ja schon fast erhaben über dem ganzen neumodischen Quatsch, den wir emanzipierte, indoktrinierte und gehirngewaschene Frauen so hören! Es hatte nichts, aber auch gar nichts, mit Unterwerfung oder Angst zu tun! Nein, es ging um die schlichte Aussage: Entweder ein Mensch bekennt sich freiwillig zu dir, oder eben nicht! Du kannst es nicht ändern! Und frei lassen musst du ihn sowieso!

Und wenn wir ehrlich sind: Es ist noch niemandem gelungen einen chronischen Betrüger durch Argumente zum Treu sein zu bewegen und es ist noch niemandem gelungen einen Menschen, der sich bereits innerlich von uns komplett abgewendet hat, zum Bleiben zu überreden! Das einzige was uns bleibt ist die Akzeptanz! Und ob wir dies nun mit Groll oder Demut aufnehmen, das hängt einzig und allein von unserer Betrachtungsweise ab! Ändern wird es jedenfalls nichts…

Meine Oma sprach damit etwas aus, was in unserer Gesellschaft schon fast tabu ist, nämlich: „Nehme die Dinge so wie sie kommen und sei damit einverstanden!“ Das heißt noch lange nicht, dass man nicht kämpfen darf, doch es bedeutet: Die Dinge sind erstmal so wie sie sind und egal wie man zu ihnen steht, sie werden es erst einmal bleiben! Und bevor man dies überhaupt ändern können wird, muss man sie erst einmal „akzeptieren“, sprich „der Wahrheit ins Auge sehen“!

Und ähnlich wie bei der Geschichte ob das Glas nun halbleer oder halbvoll ist, geht es auch hier um eine Form der Betrachtung: Ein anderer hätte sich gedacht, was für ein Arsch mein Opa gewesen ist, weil er überhaupt in Betracht zog meine Oma je betrügen zu können. Doch meine Oma hörte nur, dass er sie so sehr liebte, dass er sie trotz Betrugs niemals verlassen würde! Für uns Menschen von heute klingt dies vollkommen schräg! Doch es ist für uns ja auch vollkommen schräg zu unseren eigenen Kriegsveteranen zu stehen, unsere eigene Geschichte kritisch zu hinterfragen und unsere eigene Meinung öffentlich kundzutun!

Und überhaupt kann ich mir nicht erklären, wie das Deutsche Volk all dieses Leid, die Verunglimpfung, die Erniedrigung, die Lügen, die Vergewaltigungen, Folterungen und Hetzen über sich ergehen lassen hat können, ohne daran zu verzweifeln. Ich glaube, es tat in diesen Momenten das einzig richtige: Nämlich die Dinge zu akzeptieren so wie sie sind und „an das Beste“ zu glauben!

Natürlich sollte man hier unterscheiden zwischen Nachsicht und Selbstaufgabe. Doch wenn wir ehrlich sind: Es gibt Dinge, da gibt es nichts mehr schön zu reden…und es gibt Dinge, die könnten wir durchaus mit positiveren Augen betrachten, wenn wir es nur aufrichtig wollen würden! Zwischen diesen zwei Dingen zu unterscheiden liegt in der Verantwortung unseres eigenen Gewissens. Und je näher wir diesem sind, desto klarer wird auch die Antwort ausfallen!

Alles ist eine Frage der Sichtweise. Es ist egal, ob es Themen sind, bei denen klar ist, dass sie gut oder schlecht sind, egal ob es Lügen sind, bei denen klar ist, dass es nicht die Wahrheit ist. Und es ist egal, ob sich daran Menschen stören, die nichts mit uns zu tun haben und auch niemals in unserer Situation waren, oder nicht! Worum es hier geht ist eine Art von „Seelennähe“, Verwurzelung und Gottvertrauen in die innere Stimme!

Wenn wir die Wohnung lieber einmal weniger putzen und uns stattdessen einmal mehr auf unseren „inneren Kompass“ konzentrieren würden, wenn wir weniger zweifeln und dafür mehr objektiv hinterfragen würden, wenn wir weniger pessimistisch und dafür ein Stück mehr optimistisch wären und wenn wir endlich aufhören würden uns selbst zu Gunsten einer (politischen) Ideologie zu verbiegen und stattdessen mehr wir selbst wären…wer weiß wohin uns das letztlich führen würde?

Ein schöner Spruch besagt: „Wenn man nicht bereit ist los zu lassen, dann kann es auch nicht weiter gehen!“ Doch das Wort „Loslassen“ ist ja an sich schon irreführend! Los lassen bedeutet nicht etwas aufzugeben oder wegzuschieben. Ganz im Gegenteil: Es bedeutet etwas anzunehmen, anzuerkennen und das bestmöglichste daraus zu machen! Ein guter Bekannter von mir sagte vor langer Zeit den passenden Satz:

Loslassen bedeutet nichts weiter als „Einverstanden zu sein“

Sie können natürlich versuchen gegen das Leben zu kämpfen, sich in Groll und Verbitterung flüchten oder in Hass und Verweigerung…doch ändern werden Sie den Lauf der Dinge dadurch nicht. Was entscheidend über den Fortgang der Geschichte ist, ist viel mehr: Wie stehen Sie jetzt dazu? Was machen Sie daraus? Und – Wie betrachten Sie die Dinge, die Ihnen begegnen?

Wie gesagt, abwägen sollte man immer! Doch wenn wir ehrlich sind, dann könnten wir sehr vieles mit weit mehr Gelassenheit sehen als wir es tatsächlich tun. Und genau mit jener Gelassenheit wüden wir vielleicht die Kraft finden, etwas „wirklich“ zu verändern!

Ein Deutsches Mädchen

1 Kommentar zu „Die Kunst des Annehmens..“

  1. Nationale Parteien zu wählen kann nur ein Baustein gegen die Umvolkung sein. Ein Hinderniss fur die Völkermörder. Es wird unsere Feinde verlangsamen, aber nicht aufhalten. Wahre Abhilfe kann nur von uns selbst kommen.

    Frosch Pepes satirischer und künstlerischer Beitrag zum Wahlkampf als Comic.

    Satire ist eine legale Form des Protests.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s